Klaus Störtebeker – Berühmte Piraten

Im Mittelalter lebte einst ein bedeutender Seemann, über dessen Herkunft man nichts Genaues wusste. Der Sage nach soll er einmal einen 4-Liter-Humpen Wein in einem Zug bis auf den letzten Tropfen leergetrunken haben. Deshalb nannte man ihn fortan „Störtebeker“, was im Niederdeutschen so viel wie „Stürz den Becher“ bedeutete. Dieser Klaus Störtebeker war ein Anführer der späteren Vitalienbrüder.

Klaus Störtebeker und die Vitalienbrüder

Klaus Störtebeker

Klaus Störtebeker

Klaus Störtebeker auch Klaas Störtebecker oder Claas Störtebeker  wurde um 1360 geboren und wurde wahrscheinlich am 20. Oktober 1401 in Hambur hingerichtet. Er war Anführer der Vitalienbrüder. Die Vitalienbrüder wurde auch manchmal Likedeeler genannt, was soviel wie Gleichteiler bedeutet.  Neben Klaus Störtebeker sollen zu diesen Piraten auch die Piratenkapitäne  Gödeke Michels, Henning Wichmann, ein Klaus Scheld und sogar ein Magister mit dem Namen Wigbold gezählt haben.

Klaus Störtebeker – Pirat im Namen der dänische Konigin

Ursprünglich kämpften die späteren Vitalienbrüder als Seeräuber im Auftrag Dänemarks gegen die Hanse. Die Freibeuter wurden von der dänischen Königin Margarete I. angeheuert und erhielten einen so genannten Kaperbrief, der sie dazu berechtigte, die Schiffe der Hanse zu plündern und zu versenken. Die Hanse war eine sehr mächtige Vereinigung verschiedener Handelsstädte, die zumeist an der Meeresküste lagen, wie zum Beispiel Hamburg, Bremen, Lübeck, Wismar, Rostock und Stockholm. Als gefürchtete Piraten machten die späteren Vitalienbrüder die gesamte Ostsee unsicher. Einen Teil der Beute durften sie selbst behalten, den Rest mussten sie den Dänen überlassen. Die Hanse schickte Piratenjäger, die die Seeräuber unschädlich machen sollten. Erst als sich die dänische Königin Margarete I. mit der Hanse versöhnte, herrschte auch zwischen den Seeräubern und der Hanse Frieden, so dass keine Schiffe mehr angegriffen wurden.

Klaus Störtebeker – Schmuggler im Namen der Hanse

Angebliches Geburtsthaus von Klaus Störtebeker in Wismar

Angebliches Geburtsthaus von Klaus Störtebeker in Wismar

Dänemark hatte sich zwischenzeitlich die Macht über nahezu ganz Schweden angeeignet. Die schwedische Hansestadt Stockholm leistete jedoch erbitterten Widerstand. Die Dänen belagerten Stockholm und versuchten die dortigen Bewohner auszuhungern, indem sie keine Lebensmittel und andere Waren mehr in die Stadt hineinließen. Dadurch wollten sie die Stockholmer Bevölkerung dazu bringen, sich zu ergeben. Die mit Stockholm befreundeten Hansestädte Rostock und Wismar holten nun die Freibeuter zu Hilfe und stellten diesen wiederum Kaperbriefe aus, die diesmal gegen die dänischen Schiffe gerichtet waren. Den Seeräubern gelang es, als Schmuggler die dänische Sperrlinie zu durchbrechen und das belagerte Stockholm mit Lebensmitteln zu versorgen. Deshalb wurden die Seeräuber fortan auch „Vitalienbrüder“ genannt, denn Vitalien war eine andere Bezeichnung für Lebensmittel.

Klaus Störtebeker – Schrecken der Ostsee

Bald war der Krieg mit Dänemark beendet und es herrschte wieder Frieden. Doch die Vitalienbrüder hatten an dem Piraten-Leben Gefallen gefunden. Sie machten sich ohne Kaperbrief selbständig und wurden alsbald der Schrecken der Ostsee. Ihr Hauptquartier lag auf der Insel Gotland. Sie nannten sich nun die „Likedeelers“, was so viel heißt wie „die, die zu gleichen Teilen teilen“.

Doch ihre wilde Seeräuberei hatte zur Folge, dass die Likedeelers nun bald wieder Dänemark, sowohl auch die Hanse zum Feind hatten. Schließlich sandte man Kriegsschiffe nach Gotland, die die Seeräuber aus ihrem Versteck vertrieben. Daraufhin zog Klaus Störtebeker mitsamt seinen Mannen und seinem Schiff „Roter Teufel“ an die Nordsee, wo er weiterhin Handelsschiffe ausraubte und sich mit den dort ansässigen Friesen verbündete.

Klaus Störtebeker – Gefangennahme vor Helgoland

Als im Jahre 1400 die Friesen einen Krieg gegen die Hanse verloren, mussten die Friesen versprechen, die Piraten nie wieder in ihr Land zu lassen. Störtebeker fand daraufhin in Holland Zuflucht. Der dortige König Albrecht überreichte ihm einen Kaperbrief, und so seeräuberte er bald wieder im Schutze Hollands gegen die Hanse. Im April 1401 wurde Störtebeker schließlich vor Helgoland von einer Kriegsflotte der Hanse angegriffen, darunter befand sich das legendäre Kriegsschiff „Bunte Kuh“. Der Sage nach soll ein als Fischer verkleideter Hanseate flüssiges Blei in die Ruder des „Roten Teufels“ gegossen und das Schiff somit am Wenden gehindert haben. Störtebeker verlor die Schlacht gegen die „Bunte Kuh“ und wurde als Gefangener nach Hamburg gebracht.

Klaus Störtebeker – Hinrichtung in Hamburg

Nachdem das Todesurteil gegen ihn und seine Männer verkündet war, soll Störtebeker den Hanseaten für ihre Freilassung eine goldene Kette angeboten haben, die so lang gewesen sein soll, dass sie um ganz Hamburg gereicht

Klaus Störtebeker als Gefanger

Klaus Störtebeker als Gefanger

hätte. Störtebeker und seine Likedeeler wurden dennoch am 20. Oktober 1401 durch das Beil hingerichtet. Der Bürgermeister von Hamburg erfüllte Störtebeker`s letzten Wunsch, all jene Seeräuber zu verschonen, an denen er nach seiner Köpfung noch vorrüberschreiten konnte. Der Kopflose ging an elf Männern vorbei. Vor dem zwölften Mann soll ihn der Scharfrichter jedoch absichtlich hingeworfen haben. Der Bürgermeister hielt sein Versprechen aber nicht und ließ letztendlich doch alle Piraten enthaupten. Die Köpfe der toten Seeräuber wurden zur Abschreckung der Reihe nach aufgespießt entlang der Elbe ausgestellt.

Klaus Störtebeker – wo ist der sagenhafte Schatz

Nach Störtebekers Tod suchte man vergeblich nach dem Schatz der Seeräuber. Das Piratenschiff der „Rote Teufel“ wurde an einen Schiffszimmermann weitergegeben, und als der das Schiff zerlegte, fand er, zumindest der Sage nach, einen der Masten gänzlich mit Gold befüllt, der zweite Masten enthielt Silber und der dritte Kupfer. Aus dem Gold soll eine Krone für den Turm der Hamburger St. Katharinenkirche angefertigt worden sein. Anderen Quellen zufolge liegt der Schatz der Likedeeler in einem Versteck auf der Ostsee-Insel Rügen, dort, wo Störtebeker in der Nähe auf der kleinen Insel Tollow begraben liegen soll. Allerdings erscheint es unwahrscheinlich das Klaus Störtebeker als verurteilter Pirat mehrere hundert Kilometer weiter auf die unbewohnte  Insel Tollow gebracht wurde.

Klaus Störtebeker – weitere Informationen

Klaus Störtebeker war zusammenfassend wahrscheinlich der bekannteste deutsche Pirat, der heute noch zum Beispiel auf den Störtebeker Festspielen gefeiert wird
. Hier auch noch einmal ein Originaltext von 1840 zu Klaus Störtebeker aus den Volkssagen aus Pommern und Rügen

Zuerst bekamen sie den Claus Störtebeck mit 711 Gesellen, und darauf den Michel Gädeke mit noch 80. Die wurden allesammt zu Hamburg geköpft. Der Hamburgische Bürgermeister Simon von Uetrecht hatte ihnen das Todesurtheil gesprochen, und sie in ihren Prunkkleidern zum Richtplatze führen lassen. Aus der Beute, die man bei dieser Gelegenheit machte, ließen die Hamburger eine goldene Krone und einen großen übergoldeten Becher verfertigen. Die Krone hat lange den St. Nicolai-Thurm in Hamburg geziert; den Becher zeigt man allda noch.

Den gesamten Text zu Klaus Störtebeker und seinen Vitalienbrüdern gibt es hier bei wikisource

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