Piratenschätze und Pirateninseln

Kristallklares, türkisblaues Wasser, weiße Strände, gleißendes Sonnenlicht und tropische Exotik – wer kennt sie nicht – die Traumkulissen der Piraten- und Seeräuberfilme.
Hier gibt es noch richtige Abenteuer, tollkühne und  charmante Piraten und große, verborgene Schätze. Doch wer waren diese gefürchteten Piraten eigentlich und wo sind ihre geheimnisvollen Inseln zu finden?

Das Geheimnis der Pirateninseln

Nun, ein Geheimtipp – zumindest aus der Filmschmiede Hollywood – ist die Karibik,  und so schön und abenteuerlich klingende Namen wie Dominica, Grenada, Martinique, St. Lucia, Tortuga, Tobago, Trinidad, Barbados oder Guadeloupe. Aber nicht nur hier gab es einst Piraten und Seeräuber, auch im Mittelmeer, vor allem vor der nordafrikanischen Küste, auf den Kapverdischen Inseln und im Chinesischen Meer trieben sie ihr Unwesen. Die Geschichte der Piraterie ist so alt wie die Seefahrt selbst. Doch woher stammt dieses Wort überhaupt und was bedeutet es eigentlich? Nun, die Bezeichnung „Piraterie“ leitet sich von dem Griechischen Wort „Peiran“ ab, das übersetzt soviel wie „wagen, versuchen oder unternehmen“ bedeutet.  Beinahe alle großen seefahrenden Völker betrieben Seeräuberei mehr oder weniger erfolgreich.

Piraten – so hat alles angefangen

Die Geschichte der internationalen Seefahrt hat dabei sehr berühmte und berüchtigte Seeräuber und Piraten hervorgebracht, deren Namen man heute noch kennt. Zu ihnen zählen unter anderem Anne Bonny, Blackbeard, Klaus Störtebeker, Sir Francis Drake und Sir Henry Morgan. Die eigentliche Geschichte der Seeräuberei begann schon sehr früh. Bereits ab dem Jahre 600 v. Chr. wurde es mit der Erfindung des ruderbetriebenen Kriegsschiffes möglich, andere Schiffe erfolgreich zu verfolgen. Das war nun also der offizielle Beginn des

Pirat Calico John Reckham Erfinder der Piratenflagge

Piratenzeitalters, der Schiffsenterungen und Überfälle. Ein weithin sichtbares Zeichen der meisten Piratenschiffe war natürlich ihre Flagge. Sie sollte dem Feind schon von Beginn an Angst einjagen. Deshalb wurden meist Symbole verwendet, die mit dem Tod zu tun hatten, wie etwa Totenschädel, gekreuzte Knochen, Teufel, blutende Herzen oder auch Schwerter. Wenn die Piraten einem Schiff nahe genug waren, um es zu entern, hissten sie ihre Flagge, stürmten es und raubten es aus. Bereits im letzten Jahrhundert vor Christus machten viele Piraten aus Kleinasien, der heutigen Türkei, so vornehmlich Jagd auf Schiffe mit ägyptischen Getreidelieferungen, die auf dem Weg nach Rom waren.

Piraten – Die Wikinger

piraten-wikingerschiffZwischen dem 8. und 11. Jahrhundert waren die Wikinger besonders berüchtigt für Überfälle auf hoher See. Sie machten die gesamte Küste Nordeuropas unsicher und drangen dabei auch mit kleinen, schnellen Booten auf Flüssen ins Landesinnere ein, um hier zahlreiche Städte und Klöster zu überfallen und auszurauben. Die Art Piraterie, die wir heute noch aus Büchern und Filmen kennen, entwickelte sich allerdings erst etwa im 16. Jahrhundert an den Küsten Südamerikas mit der Kolonialisierung des Landes durch die Spanier und Portugiesen.

Piratenüberfälle in der neuen Welt

Doch auch die Regierungen anderer großer Seefahrernationen wie Frankreich, England oder der Niederlande überfielen zunehmend neutrale Handelschiffe um sich an den begehrten Gütern aus der sogenannten „neuen Welt“ zu bereichern. Erstmals überfielen hier französische Piraten 1537 den Hafen von Ribeira Grande auf der Insel Santiago. Sie plünderten und raubten Schiffsladungen und vor allem auch Sklaven, die nun unter miserablen Bedingungen nach Amerika, Brasilien und in die Karibik gebracht und dort verkauft wurden. Den Franzosen folgten später auch noch die Engländer. So plünderte John Hawkins Santiago etwas in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Im Jahre 1585 erschien Sir Francis Drake in Ribeira Grande und auch nach ihm rissen die Piratenüberfälle noch lange Zeit nicht ab.

Piratenschätze – wo sind Sie geblieben?

Stellt sich nun allerdings noch die Frage, wo sind die geraubten und eroberten Schätze der Piraten geblieben? Die Legende sagt hier zum Beispiel, dass auf der Kokosinsel, einer kleinen Insel vor der Küste Mittelamerikas, unzählige Piratenschätze zu finden sein sollen. Jede Bucht und jedes Fleckchen Land auf dieser Insel trägt den Namen eines bekannten piraten-schatzPiraten. Ob  Seeräuber und Piraten ihre Schätze tatsächlich  vergraben haben ist noch ungeklärt. Sicherlich brauchten Sie  ihr Geld und ihre Reichtümer zum Leben. Schätze wie Gold, Silber, Edelsteine oder Gewürze und Stoffe wurden also verkauft und der Erlös davon in den meisten Fällen in einem ausschweifenden Leben verprasst. Ein Teil davon wurde natürlich auch dazu verwendet, die nächste Fahrt zu finanzieren. Außerdem musste jedes Mitglied der Piratenmannschaft seinen Anteil bekommen.

Piratenbeute – wie wurde die Schätze unter der Piratenmannschaft aufgeteilt?

Der Kapitän, der Schiffszimmermann und der Maat bekamen dabei den größten Anteil. Als nächstes wurden die Verwundeten bedacht, denn nach einer schweren Verletzung konnte der Betroffene möglicherweise nie mehr mit in See stechen und war dann sozusagen „arbeitslos“ und ohne Geld. Nach erfolgreicher Fahrt gingen die Piraten nun an Land um ihren Anteil „auf den Kopf zu hauen“, denn schließlich war das Leben an Bord alles andere als einfach und zudem auch noch gefährlich. Anzunehmen ist deshalb eher, dass die gefundenen Verstecke nicht von Piraten sondern den Küstenbewohnern der Inseln selbst stammen, die so wahrscheinlich versucht haben, ihr Hab und Gut vor den Seeräubern zu verstecken.

Piratenschätze – das Piratenschiff Whyday

Trotzdem gelang es hin und wieder Piratenschätze aufzuspüren und zu bergen. So zum Beispiel 1984, als der amerikanische Taucher Barry Clifford das Wrack des englischen Schiffes „Whyday“ entdeckte. Bei genauerer Untersuchung des Wracks fand man den Schatz des Seeräubers Sam Bellamy. Dieses Schiff, das normalerweise Sklaven, Zucker und Elfenbein geladen hatte, wurde im Frühling des Jahres 1717 von Sam Bellamy gekapert, sank allerdings in einem Sturm desselben Jahres. Erst 250 Jahre später wurde das Piratenschiff endlich entdeckt. Man fand auf ihm neben vielen Münzen aus Gold und Silber ebenfalls Goldbarren, Kunstgegenstände und Waffen wie Musketen, Schwerter, Pistolen und Kanonen mit der dazugehörigen Munition. Unlängst hat eine Expedition nur wenige Meter vor der Küste Jamaikas Schmuck und Münzen auf dem Meeresgrund entdeckt.

Das Piratenschiff von Sir Henry Morgan

Vor Haiti hat ein deutscher Bergungsunternhehmer ( Klaus Keppler) ein altes Warack entdeckt. Experten glauben das es sich hier um das Piratenschiff – der Jamaica Merchant–  von Henry Morgan handeln könnte.  Einige wenige Schätze mögen vielleicht auch am Strand oder in unzugänglichen Höhlen vergraben oder versteckt worden sein. Dabei soll ein piraten-schiffPirat, der seinen Schatz vergraben haben hat,  der Piratenkapitän William Kidd gewesen sein. Er legte sogar eine Piratenschatzkarte an. Diese Annahme war vermutlich auch der Ursprung und die Idee zu dem Roman „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson. Kein anderer bedeutender Pirat hat, nach weit verbreiteter Expertenmeinung, jemals wieder einen Piratenschatz vergraben. Ebenso unwahrscheinlich ist es ebenfalls, heute ein Piratengrab zu finden, denn die meisten Seeräuber wurden dem Brauch nach auf See bestattet.

Die Ausnahme ist Sir Henry Morgan . Auf dem Höhepunkt seiner  Piratenlaufbahn wurde dem Piraten aus Wales eine ungewöhnliche Ehrung zuteil: König Charles II. erhob Henry Morgan 1674 in den Ritterstand und ernannte ihn weiterhin  zum Vizegouverneur der Insel Jamaika.  Dort starb er auch und fand sein Piratengrab. 1678   erschütterte ein schweres Erdbeben die Hafenstadt Port Royal.  Dabei kamen Tausende Einwohner  ums Leben, das Grab von Henry Morgan – einem der bekanntesten Piratenkapitäne  wurde von den Fluten weggespült.

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